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Els und Richter

Künstler im Gespräch

Barrieren sind überwindbar und Gewinne groß

so das Fazit des 1. Forums für Künstler/innen und Kunstinteressierte.
27 Gäste diskutierten am 27.09.08 bei der Veranstaltung „Künstler im Gespräch“ mit eingeladenen Experten/innen aus der Hamburger Kunstszene. Die Veranstalterin und Moderatorin Beatrice Roggenbach befragte D.G. Reiß des BBK-Vorstandes, Almut Broer der Fachgruppe Bildende Kunst von Ver.di, Irina Ahrend der Gedok e.V. sowie Sabine Mohr vom Künstlerhaus Frise zu den Aufnahmevoraussetzungen und Entscheidungskriterien ihrer Organisationen.

Austausch und neue Anregungen durch eine Künstler/innengemeinschaft
Irina Ahrend betonte, dass nach dem Kunststudium eine Blase entsteht und somit eine Organisationsmöglichkeit wie die Gedok Austausch unter gleichgesinnten Künstlerinnen und damit neue Anregungen bietet. Jede/r kann und muss entscheiden, ob dies die richtige Form ist, aber sie habe in ihrer 4-jährigen Mitgliedschaft viel über die professionelle Organisation von Gemeinschaftsausstellungen gelernt.
Von einer Ablehnung solle man sich nicht schrecken lassen, sondern nachfragen.

Kooperation zur Weiterentwicklung des künstlerischen Schaffens
Fragen, die das Schaffen als Künstler/in in unserer heutigen Welt betreffen, stehen im Mittelpunkt der Jahresthemen des selbstverwalteten Künstlerhauses Frise. Die Auseinandersetzung mit sich selbst, die durch das kreative Schaffen nötig ist, verlängere die Brücke zur Außenwelt. Sabine Mohr stellte die Kooperation mit anderen Künstler/innen als Möglichkeit dar, um miteinander an diesen Fragestellungen zu arbeiten. Unterstützung von Kunstinteressierten ist über die neu gegründete Genossenschaft zum Erhalt des Hauses als Ateliergemeinschaft und Wohnort möglich.

Künstler im Gespräch
Künstler im Gespräch

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verbessern
D.G. Reiß betont, dass ein/e Künstler/in eine individuelle Persönlichkeit aber auch ein Mensch ist, der unter bestimmten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen lebt. Diese für Künstler/innen zu verbessern ist zentrales Anliegen des BBK-Hamburg als Landesberufsverband. Dazu gehört auch der Kulturbehörde auf die Finger zu sehen, damit Einzel- und Projektförderungen auch in Zukunft möglich sind. Eine Mappe und die kontinuierliche künstlerische Auseinandersetzung sind die Eintrittskarte für die Aufnahme auch ohne Hochschulstudium.

Nutzung der Solidargemeinschaft
Almut Broer von Ver.di hebt sich davon ab, indem sie keine scheinbar objektiven Kriterien an die künstlerischen Arbeiten anlegt. Die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse z.B. oder ein mindestens 5-semestriges Studium reichen aus, um einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Fachgruppe Bildende Kunst befürwortet zu bekommen. Sie versteht ihre Arbeit als Solidargemeinschaft, in der man von den Erfahrungen und der Lobby der Gesamtgewerkschaft profitieren kann. Die Durchsetzung von Ausstellungshonoraren ist ihr und der Fachgruppe schon seit Jahren ein großes Anliegen. Wenn alle mitmachen würden, wäre dies durchzusetzen.

Die Barrieren seien überschaubar, darin sind sich alle einig. Die Gewinne, die die Selbstorganisation oder die pure Mitgliedschaft bringen, sind unterschiedlich – je nachdem wie sehr man sich engagieren mag oder was auf kulturpolitischer Ebene erreicht wird. Vergünstigungen bei Ausstellungsbesuchen sind ja auch kein schlechter Bonus.

Künstler im Gespräch

Professionelles Handeln lebt von Informationen und Netzwerken
Um von der Kunst leben zu können, ist professionelles Handeln erforderlich. Dies wird nach wie vor an den Ausbildungsstätten vernachlässigt. Bis auf Irina Ahrend als jüngere Künstlerin sind die anderen Experten/innen alte Hasen im Künstlergeschäft. Alle zeichneten sich durch große Offenheit und Informationsweitergabe aus.
Denn nur wenn die Basis wächst, kann auch das Oben wachsen, so Almut Broer.
Die Basis der anwesenden Künstler/innen diskutierte dann auch nach einer Pause rege an den Experten/innentischen weiter.
Kunst-Nah mit seinem Café konnte die Wünsche der Gäste nach Getränken und Kuchen vollauf erfüllen, die begleitende Ausstellung sorgte für Momente des Innehaltens zwischen den vielen gefallenen Worten.

2. Forum in Planung
Am Ende des Nachmittags war ich glücklich über die positive Resonanz auf diese Auftaktveranstaltung. Ich greife dazu Anfragen von Künstlern/innen aus meinen Coachings und Seminaren auf und daraus entwickeln sich dann die nächsten Themen. Damit habe ich genug Auftrieb für die Organisation des 2. Forums.